Urteil gegen Hells Angels Aichach

Wegen gemeinschaftlicher Erpressung hat das Aichacher Amtsgericht gestern zwei Mitglieder des Motorradclubs Hells Angels verurteilt – einen zu drei Monaten Haft, den anderen zu einer Geldstrafe von 4500 Euro.

Das Gericht war der Meinung das bloses Auftreten in einer Gruppe mit der zugehörigen Kleidung ausreicht um den Tatvorwurf der gemeinschaftlichen Erpressung zu begehen. Was war eigentlich passiert:

Ein Ebay Händler versteigerte auf der Plattform Jackenaufnäher der Rockervereinigung was den Hells Angels missfiel. Daraufhin beschlossen die zwei Angeklagten am Wohnhaus des Händlers zu erscheinen und ihn dazu zu bewegen die Aufnäher heraus zu geben. Auf der Internetseite der Hells Angels ist zu lesen, dass auf deren Abzeichen ein Copyright besteht, sie also nicht von jedermann gehandelt werden dürfen. Dies war anscheinend ausreichend um die Cpyrightrechte durchzusetzen. Nur leider bekam dies auch die Polizei mit da diese aufgrund einer anderen Strafsache die Telefone eines der Angeklagten abhörten. Daher wartetetn diese schon in ihrem versteck auf das erscheinen der Rocker.
Die Frau, deren Mann die „Patches“ im Internet verkaufen wollte, sagte gestern als Zeugin aus. Sie verstehe gar nicht, was das alles solle. Sie habe sich zu keiner Zeit bedroht gefühlt. Mit den drei Männern habe sie „ein lockeres Gespräch“ geführt, sie könne sich nicht erinnern, ob diese Klub-Kleidung getragen hätten. Bei ihrer polizeilichen Vernehmung hatte sie erklärt, dass sie die Aufnäher deshalb ohne Bezahlung herausgegeben habe, weil sie Probleme hinsichtlich des Markenschutzes vermeiden wollte. Außerdem wisse man ja, dass die Hells Angels ihre eigenen Gesetze hätten.
Der Richter ließ diese Aussage aber nicht gelten. Sein Kommentar war kurz und deutlich: „Sie hatten Angst und haben sie noch“
Grund für die Aussage wäre die Tatsache wie die Frau sich gibt und bei Gericht auftritt. Zwar haben die Angeklagten nicht verbal gedroht aber das Auftreten der Gruppe reicht vollkommen aus.
Da die Angeklagten in voller Clubkleidung und zu dritt auftraten mit dem Sinn ein Klima der Einschüchterung zu schaffen hätten die angeklagten billigend in kauf genommen das die Zeugin Angst hatte und damit rechnen mußte das es zu körperlichen Übergriffen kommt, wenn sie sich weigern würde die Aufneher heraus zu geben. „Das ist Erpressung.“
Der Staatsanwalt schließt sich dieser Meinung an und so kam es zu einem eindeutigem Urteil. Der Verteidiger hatte einen Verspruch gefordert und kündigte an in Berufung zu gehen.

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