Politiker entsetzt! Bandidos Rocker haben legalen Job!

Koks, Nutten, Knarren … das war einmal. Möglichweise müssen wir uns ab sofort an eine ganz neue Rockerkriminalität gewöhnen.

Zumindest wenn man den Enthüllungen von „Report Mainz“ glauben darf. Läuft heute um 22:00 Uhr im Ersten. Hier der offizielle Pressetext dazu:

Mainz (ots) – Nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft drängen Mitglieder von Rockerclubs in die Fleischbranche. Ulf Küch vom Bund Deutscher Kriminalbeamter bestätigt dem ARD-Magazin „Report Mainz“, dass Mitglieder der Bandidos als Subunternehmer Geschäfte machen. Der Ermittler ist alarmiert, denn er zählt die Bandidos zur organisierten Kriminalität. „Im Augenblick sehen wir, dass in NRW in der fleischverarbeitenden Industrie auf einmal Männer auftauchen, die diesen Rockergruppen zuzurechnen sind, dass führende Köpfe dieser Rockergruppen, also hier der Bandidos, dafür Sorge tragen, dass die Leute rekrutiert werden und zu Schamlöhnen in diesen fleischverarbeitenden Betrieben eingesetzt werden“, sagt Küch.

Auch die Staatsanwaltschaft Osnabrück beobachtet diese Entwicklung. Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer warnt: „Wir gehen davon aus, dass Rockerclubs ihr Aggressionspotential einsetzen, um Mitarbeiter einzuschüchtern.“ Der Steinfurter Präsident der Bandidos zum Beispiel soll nach Recherchen von „Report Mainz“ für rumänische Arbeiter in einem nordrhein-westfälischen Kühlhaus verantwortlich gewesen sein. Er wird beschuldigt, ihnen nach einem Streit um Geld Gewalt angedroht zu haben. Gegen ihn liegt eine Anklage wegen Nötigung vor. Der regionale Bandidochef wollte wegen des laufenden Strafverfahrens kein Interview geben. Sein Anwalt schreibt, die beruflichen Aktivitäten seines Mandanten stünden in keinem Zusammenhang mit seiner Bandido-Mitgliedschaft. Und der Betriebsleiter des Kühlhauses erklärt, er habe von den Vorwürfen nichts gewusst.

Auch die oberste Führungsspitze der Bandidos ist im Fleischgeschäft tätig. Zwei hochrangige Bandidos arbeiten mit ihrem Subunternehmen für das Tiefkühlunternehmen Nordfrost. Der Nordfrost-Geschäftsführer Horst Bartels bestätigt gegenüber „Report Mainz“, dass deren Subunternehmen Verpackungsarbeiten in seinem Werk in Gelsenkirchen übernimmt. Dass deren Gesellschafter zur Bandidos-Führung gehören, habe er bislang nicht gewusst, so Bartels.

Der Ermittler Ulf Küch kritisiert Unternehmen, die mit Rockern zusammenarbeiten: „Das ist ein schamloses Verhalten von der Unternehmensleitung, denn wenn ich mir keinerlei Gedanken mache, woher der Subunternehmer sein Personal bezieht, und ich mich dafür überhaupt nicht interessiere, wer sich da letzten Endes am Fleischband betätigt, zu welchen Konditionen diese Leute beschäftigt werden, dann, denke ich, trifft diese Unternehmen genauso eine Mitschuld.“

(c) Report Mainz / Das Erste

(st)