Lahrer Hells Angels vor Gericht

Hells Angels Lahr

Drei Lahrer Hells Angel müssen sich ab Mittwoch, 4. März, am Landgericht Offenburg verantworten. Sie sollen der Staatsanwaltschaft zufolge einen Mann geschlagen und ihm damit gedroht haben, ihn zu ertränken, um 100 000 Euro zu erpressen. Dabei geht es um abhanden gekommene 25 Kilogramm Marihuana.

Der Vorwurf wiegt schwer: Die 2. Große Strafkammer des Offenburger Landgerichts verhandelt ab 4. März gegen drei Männer aus dem Raum Offenburg im Alter von 42, 53 und 55 Jahren wegen versuchter räuberischer Erpressung. Sie sollen im Juli 2013 einen Mann in das Vereinsheim der Lahrer Hells Angels gebracht haben, ihn zum Verbleib von 25 Kilogramm Marihuana »befragt« und aufgefordert haben, 100 000 Euro für den Verlust des Rauschgifts zu bezahlen.

Um ihren Fragen und ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hätten sie dem mutmaßlichen Opfers vielfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Zudem hätten sie gedroht, das mutmaßliche Opfer zu ertränken und dabei dessen Kopf wiederholt unter Wasser gedrückt.

Das mutmaßliche Opfer der Straftat, der die drei Angeklagten bezichtigt werden, war am 10.07.2013 vom Landgericht Offenburg zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, Der Angeklagte beteuerte im Prozess vor dem Landgericht, im Auftrag Unbekannter aus der Rocker-Szene die Drogen aus der Hütte geborgen zu haben: Er sollte sie holen, zu Hause lagern und abwarten, bis sie abgeholt würden. Der Auftrag sei laut Aussage des 44-Jährigen allerdings nicht von den Lahrer Hells Angels gekommen. Unbekannte aus dem Frankfurter Raum sollen ihm das befohlen haben. Das Gericht schenkte dieser Aussage, die der Angeklagte während der Verhandlung auch zweimal variiert und den Ermittlungsergebnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft angepasst hatte, wenig Glauben.

Mord an Lahrer Hells Angel Thommy G.

Rückblende: In der Nacht vom 26. auf den 27. November 2012 fand eine Spaziergängerin um 8 Uhr dessen Leiche. Er war nahe der Friesenheim-Oberschopfheimer Leutkirche erschossen worden. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Im Zuge der Mordermittlungen stellte sich heraus, dass der Getötete in Rauschgiftgeschäfte verwickelt war.

In einer Gartenhütte fanden Polizeibeamte im Dezember 2012 in Hohlräumen vier Schusswaffen samt Munition, mehrere Kilogramm Marihuana und Haschisch, eine größere Menge Kokain sowie Teile einer Cannabis-Anlage. Im Januar 2013 stießen die Ermittler auf 25 Kilogramm Marihuana bei dem späteren Opfer aus Hohberg-Diersburg.

Das Gericht hat bis einschließlich 19. März drei Verhandlungstage angesetzt, um das zu prüfen und ob die drei Angeklagten tatsächlich schuldig sind.

Am 04.03 um 9:00 Uhr

Am 12.03 um 9:00 Uhr

Am 19.03 um 9:00 Uhr

2 AK 19/13