Kalrsruher Mongols begehen schweren Raub

Mitglieder eines Motorradclubs wegen schweren Raubes verurteilt Das Saarbrücker Landgericht hat gestern drei Männer aus Karlsruhe und Umgebung wegen schweren Raubes zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Ein 44-jähriger Inhaber einer Kampfschule erhielt zwei Jahre. Als Mittäter wurden ein Franzose, 29, zu einem Jahr und sechs Monaten und ein 29-jähriger Kroate zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt (Veröffentlicht am 18.04.2012) Anfang April 2011 standen die drei an der Wohnung ihres Opfers in Neunkirchen und baten ihn per Telefon vors Haus. Dann zwangen sie ihn, sie in die Wohnung zu führen.

Dort durchsuchten sie die Wohnung nach Gegenständen mit dem Symbol ihrer Rockervereinigung, des Mongol MC. Das Opfer war Nicht- oder Nichtmehr-Mitglied dieses Clubs. Sie warfen ihm vor, mit ihren Symbolen im Internet Handel zu treiben und unberechtigt ihre „Kutte“ zu tragen. So bezeichnet die Gruppe die Jacken mit den Clubsymbolen. Außerdem warfen sie ihm Urheberrechtsverletzungen vor. Die Angeklagten ließen 70 bis 80 T-Shirts, silberne Panzerketten, eine Kiste mit Aufnähern und Rangabzeichen, Bargeld und sechs Viagra-Tabletten mitgehen. Ihrem Opfer drohten sie an, es vom Balkon zu werfen. Der Prozess begann in aufgeladener Atmosphäre.

Der Saal war bis in die letzte Reihe mit Clubmitgliedern besetzt. Sie waren aus Kiel, Bremen, Stuttgart, Berlin und anderen Städten angereist. Mit ihrem Aussehen, den rasierten Schädeln und Tätowierungen wirkten sie bedrohlich. Die Verteidiger forderten den Opferanwalt auf, den Saal zu verlassen. Er sei ebenfalls Clubmitglied der Mongols und komme als Zeuge in Betracht. Doch die Sache nahm eine friedliche Wendung, als der Vorsitzende Richter den möglichen Strafrahmen darlegte – zwischen Freispruch und 15 Jahren.

Wie es ausgehe, hänge auch vom Aussageverhalten der drei Angeklagten ab. Alle drei legten schließlich ein Geständnis ab. Sie erklärten sich bereit, sich bei dem Neunkircher zu entschuldigen, die geraubten Gegenstände zurückzugeben und eine Entschädigung von 5000 Euro zu zahlen. Das Gericht erkannte auf einen minderschweren Fall und setzte alle Strafen zur Bewährung aus. Neben den Gerichtskosten müssen die Angeklagten je 500 Euro an den Verein zur Förderung der Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe im Saarland zahlen.