Die niederländische Justiz will die Rockergruppe „Bandidos“ verbieten.

Niederlande wollen „Bandidos“-Rocker verbieten

Die Staatsanwaltschaft erklärte am Dienstag, die international vernetzte Rockergang stelle eine „Bedrohung für die Gesellschaft“ dar.

Der Antrag gelte für die internationale Motorradgang mit Sitz in den USA und ihren niederländischen Ableger.
Die „Bandidos“ haben seit 2014 Ortsverbände in den niederländischen Städten Sittard, Alkmaar und Utrecht. Laut Staatsanwaltschaft „kultiviert die Gang ihr Gewaltimage, kreiert eine Subkultur der Illegalität und ermöglicht Kriminalität“. Ihre Mitglieder begingen „Gewaltverbrechen und andere schwere Delikte wie illegaler Handel mit Drogen und Waffen, Einschüchterung und Erpressung“.
Aufgrund des in der Gang herrschenden Schweigegesetzes und der Bedrohung von Zeugen könnten viele Zwischenfälle nicht verfolgt werden, hieß es in der Erklärung weiter. Auch andere Maßnahmen der Behörden gegen die „Bandidos“ blieben unzureichend, deshalb bleibe als einziger Weg nur noch ihr „völliges Verbot“.
Der Anwalt des Chefs der niederländischen „Bandidos“ glaubt jedoch nicht an einen Erfolg des Verbotsverfahrens. „Es ist eine Sache, einzelne Mitglieder anzuklagen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der gesamte Club kriminell ist“, sagte er dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender NOS. Die niederländische Justiz hatte in der Vergangenheit bereits vergeblich versucht, die mit den „Bandidos“ rivalisierenden „Hell’s Angels“ als kriminelle Vereinigung verbieten zu lassen.